Mieten wie in einem Einzelhandelsgeschäft
Ein Prozentsatz-Mietvertrag, oder omzethuur auf Niederländisch, ist eine Art von Mietvertrag, bei dem die monatliche Miete kein fester Betrag ist, sondern ganz oder teilweise als Prozentsatz des Bruttoumsatzes oder Verkaufs des Mieters berechnet wird. Dieses Modell ist ein Grundpstein des Gewerbeimmobiliensektors, insbesondere für Einzelhandelsbetriebe in Einkaufszentren und stark frequentierten Standorten. Eine typische Struktur sieht vor, dass ein Mieter eine feste Mindestgrundmiete plus einen Prozentsatz aller Verkäufe zahlt, die eine bestimmte Schwelle übersteigen. Dies schafft ein Partnerschaftsmodell, bei dem der Vermieter ein direkt finanzielles Interesse am Erfolg des Mieters hat. Dieses Konzept hat jedoch keinerlei rechtliche oder praktische Anwendung im niederländischen Wohnungsmarkt (woonruimte), und sein Auftreten in einem Wohnkontrakt sollte als Zeichen eines gravierenden Fehlers oder böswilliger Absicht betrachtet werden.
Warum dieses Konzept dem Mietrecht fremd ist
Der gesamte Rechtsrahmen, der residential tenancy in den Niederlanden regelt, basiert auf den Prinzipien der Bereitstellung von Wohnen, Privatsphäre und vorhersehbaren Kosten für Einzelpersonen und Familien. Das persönliche Einkommen des Mieters wird zu Beginn des Mietverhältnisses zur Feststellung seiner Zahlungsfähigkeit bewertet, aber ab diesem Zeitpunkt ist es rechtlich irrelevant für den Mietpreis. Der Vermieter ist der Anbieter eines Zuhauses, kein Eigenkapitalpartner in der Karriere des Mieters. Eine Klausel zur Prozentsatzmiete würde gegen mehrere grundlegende Rechte des Mieters verstoßen:
- Recht auf Privatsphäre: Es würde ein inakzeptables Maß an finanzieller Offenlegung durch den Mieter gegenüber dem Vermieter über einen laufenden Zeitraum hinweg erfordern.
- Prinzipien der Mietpreisbremse: Es würde eine schwankende, unvorhersehbare Miete schaffen, die den etablierten Systemen zur Mietberechnung (Punktesystem im regulierten Sektor) und jährlichen Erhöhungen (von der Regierung gedeckelte Erhöhungen) widerspricht.
- Zweck der Vereinbarung: Es vermischt den Zweck, ein Zuhause bereitzustellen, mit dem Zweck, ein kommerzielles Unternehmen zu betreiben.
Ein Warnsignal von höchster Priorität
Dieser Begriff ist in einem Wohnmietglossar hauptsächlich als Warnung enthalten. Wenn ein potenzieller Mieter jemals auf eine Klausel in einem Wohnmietvertrag stößt, die die Miete von seinem Einkommen, Gehalt oder jeder anderen Messgröße seiner persönlichen finanziellen Leistungsfähigkeit abhängig macht, muss sie sofort abgelehnt werden. Eine solche Klausel ist eindeutig illegal und würde von jedem niederländischen Gericht aufgehoben werden. Es könnte ein Zeichen dafür sein, dass ein Vermieter missbräuchlich eine gewerbliche Mietvertragsvorlage für eine Wohnimmobilie verwendet, wodurch viele andere Klauseln im Vertrag ungültig und für den Mieter gefährlich würden. Es zeigt ein grundlegendes Missverständnis des Rechts und sollte als Grund gesehen werden, alle Verhandlungen abzubrechen und nach einer anderen Immobilie zu suchen.