Die 'G/W/L'-Dreifaltigkeit und darüber hinaus
In den Niederlanden ist die Versorgungskosten ein bedeutender Teil des monatlichen Wohnbudgets, und sie ist oft eine Quelle der Verwirrung und unerwarteter Ausgaben für Mieter. Die Kernversorgungsleistungen werden häufig durch das Akronym G/W/L bezeichnet, das für Gas, Water, en Licht (Gas, Wasser und Licht/Strom) steht. Die eine wichtigste Frage, die ein Mieter stellen kann, wenn er eine Immobilie besichtigt, ist, ob diese Kosten in der Miete enthalten sind oder ob sie separat geregelt werden müssen. Die Antwort verändert Ihre finanziellen Verpflichtungen und das Maß an Kontrolle, das Sie über Ihre monatlichen Ausgaben haben, erheblich. Zu behaupten, dass die beworbene Miete alles abdeckt, ist ein Anfängerfehler, der zu einem unangenehmen finanziellen Schock führt, wenn die ersten Rechnungen kommen. Die Realität ist, dass in den meisten niederländischen Mietverträgen, insbesondere bei unmöblierten oder teilweise möblierten Objekten, der Mieter direkt für diese Kosten verantwortlich ist.
Szenario 1: Eigene Verträge abschließen
Dies ist die gängigste Regelung auf dem niederländischen Mietmarkt. Der Mietpreis wird als exclusief G/W/L ausgeschrieben, was bedeutet, dass der Mieter eigene Verträge mit den Versorgungsdienstleistern abschließen muss. Für Gas und Strom ist der Markt liberalisiert, was bedeutet, dass Sie aus einer Vielzahl von konkurrierenden Energieversorgern (energiemaatschappijen) wählen können. Das erfordert etwas Hausaufgaben. Mieter müssen Vergleichswebsites (vergelijkingssites) nutzen, um das beste Angebot zu finden, wobei sie zwischen Festpreiskontrakten (vast contract) für einen festgelegten Zeitraum (in der Regel 1 oder 3 Jahre) oder variablen Preiskontrakten (variabel contract) wählen, die mit dem Markt schwanken. Wenn Sie einziehen, sind Sie verantwortlich für die Ablesung der Zählerstände (meterstanden) und diese an Ihren gewählten Lieferanten weiterzuleiten. Dieses Setup gibt Ihnen die volle Kontrolle über Ihren Anbieter und Ihren Plan, macht Sie aber auch direkt der Marktschwankung ausgesetzt. Ein günstiges Einführungsangebot kann sich bei der Verlängerung leicht verdoppeln, und die vorzeitige Kündigung eines Festpreiskontrakts kann zu hohen Strafen führen. Für Wasser gibt es keinen Wettbewerb; Sie melden sich einfach beim regionalen Wasserversorger (waterbedrijf), der Ihre Adresse bedient.
Szenario 2: Versorgungskosten in der Miete enthalten
In einigen Fällen, insbesondere in möblierten Wohnungen, Studentenwohnheimen oder Kurzzeitvermietungen, kann der Vermieter die Versorgungsleistungen verwalten. Dies wird oft als Bequemlichkeit dargestellt. Der Mieter zahlt einen festen monatlichen Vorschuss (voorschot) an den Vermieter im Rahmen seiner Betriebskosten. Der Vermieter hält wiederum den Vertrag mit den Versorgungsunternehmen. Obwohl dies einfacher klingt, führt es zu einem signifikanten Mangel an Transparenz. Der Mieter hat keine Mitspracherecht, welcher Energieanbieter gewählt wird, und kann daher nicht nach einem besseren Angebot suchen. Wichtiger ist, dass es schwierig sein kann zu überprüfen, ob der berechnete Betrag fair ist. Das Gesetz verlangt weiterhin, dass der Vermieter die tatsächlichen Kosten jährlich mit den Vorauszahlungen über die jaarafrekening verrechnet, und er muss in der Lage sein, die tatsächlichen Rechnungen von den Versorgungsunternehmen vorzulegen, um die Kosten zu begründen. Allerdings können einige Vermieter dies vernachlässigen oder versuchen, die Kosten zu erhöhen. Ein Mieter in dieser Situation muss wachsam sein, proaktiv die Jahresabrechnung anfordern und die Originalrechnungen des Anbieters einsehen, wenn die Gebühren ungewöhnlich hoch erscheinen.
Genaue Kostenschätzung der Kosten
Eine der größten Herausforderungen für Mieter ist die genaue Vorhersage ihrer monatlichen Nebenkosten. Vermieter oder Immobilienmakler geben oft eine Schätzung ab, aber es liegt in ihrem Interesse, diese Zahl zu verschleiern, um die Gesamtkosten der Wohnung attraktiver erscheinen zu lassen. Vertrauen Sie dieser Schätzung niemals blind. Eine zuverlässigere Methode ist die Nutzung von Online-Budgetrechnern von unabhängigen Organisationen wie dem Nibud (National Institute for Family Finance Information) oder von den Energieversorgern selbst. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von einigen Schlüsselfaktoren ab. Der wichtigste Faktor ist das Energielabel der Immobilie, das von A (sehr effizient) bis G (sehr ineffizient) reicht. Eine charmante, aber schlecht isolierte Wohnung aus dem 19. Jahrhundert (Energielabel F) könnte leicht drei- oder viermal so viel kosten, um sie zu heizen, wie ein moderner, gut isolierter Neubau (Energielabel A++). Weitere Faktoren sind die Anzahl der Personen im Haushalt, persönliche Gewohnheiten (längere Duschen, Thermostateinstellungen) und der Typ sowie das Alter der Geräte und der Zentralheizung (CV-Ketel).