Die Herausforderung der fehlenden Mitte
Auf dem niederländischen Wohnungsmarkt gibt es ein bekanntes Problem, das als 'fehlende Mitte' bezeichnet wird.
Dies beschreibt die schwierige Position von Haushalten mit mittlerem Einkommen, die in eine finanzielle Falle geraten: ihr Einkommen ist zu hoch, um sich für den regulierten sozialen Wohnungssektor und den zugehörigen huurtoeslag (Mietzuschuss) zu qualifizieren, doch oft nicht hoch genug, um die hohen, unregulierten Mieten des freien Marktes (vrije sector) bequem zu bezahlen.
'Middenhuur'-Projekte: Die Hauptlösung
Die Hauptstrategie zur Unterstützung dieser Gruppe besteht in der Schaffung von middenhuur (Mid-Market-Miete) Objekten. Diese Mietobjekte haben einen Preis, der absichtlich oberhalb der Sozialwohnungsgrenze (liberalisatiegrens) liegt, aber unter einer höheren, lokal definierten Obergrenze (z. B. etwa zwischen 880 € und 1.200 € pro Monat ab 2025). Diese Objekte entstehen oft durch Vereinbarungen zwischen der Gemeinde und Immobilienentwicklern für Neubauprojekte.
Vergabe und Berechtigung
Der Zugang zu diesen begehrten middenhuur-Wohnungen wird streng kontrolliert. Mieter können sich nicht einfach bewerben; sie müssen bestimmte Kriterien erfüllen, die oft eine huisvestingsvergunning (Wohnungserlaubnis) von der Gemeinde erfordern. Diese Genehmigung wird nur an Antragsteller erteilt, deren Einkommen in den definierten Mittlereinkommensrahmen der jeweiligen Stadt fällt. Da diese Objekte so beliebt sind, erfolgt die Zuteilung fast immer durch eine Lotterie (loting) unter den berechtigten Kandidaten. Für die meisten Mieter mit mittlerem Einkommen gibt es keine direkte Subvention; die einzige 'Unterstützung' ist die Chance, eine Lotterie für eine preisgebundene Wohnung zu gewinnen, was die extreme Knappheit erschwinglicher Optionen für diese Gruppe verdeutlicht.