Zwei Arten von Mietobergrenzen in den Niederlanden
Das Konzept einer 'Mietobergrenze' (huurplafond) zeigt sich im niederländischen Mietmarkt auf zwei verschiedene Arten, und es ist wichtig, beide zu verstehen. 1. Die Preisobergrenze für regulierten Wohnraum: Dies ist die bedeutendste Form der Mietkontrolle. Für Immobilien im sozialen oder regulierten Sektor (sociale huur) legt die Regierung eine maximale gesetzliche Miete (maximale huurprijs) fest, die ein Vermieter verlangen darf. Diese Obergrenze ist keine willkürliche Zahl; sie wird sorgfältig basierend auf der Qualität, Größe und Ausstattung der Immobilie mithilfe eines Punktesystems namens das woningwaarderingsstelsel (WWS) berechnet. 2. Die jährliche Erhöhungsobergrenze: Dies ist eine andere Art von Obergrenze, die auf alle Mietobjekte anwendbar ist, einschließlich des freien Sektors (vrije sector). Die Regierung legt einen rechtlich zulässigen Höchstprozentsatz fest, um den die Miete jedes Jahr erhöht werden darf. Dies verhindert, dass Vermieter plötzliche, überhöhte Mieterhöhungen bei bestehenden Mietern durchsetzen. Ab 2025 beträgt diese jährliche Obergrenze für den freien Sektor Inflation + 1%.
Das Punktesystem ('Woningwaarderingsstelsel' - WWS)
Der Kern der niederländischen Mietobergrenze für den regulierten Sektor ist das WWS. Dieses System vergibt Punkte an eine Immobilie basierend auf einer detaillierten Kriterienliste: die Quadratmeterzahl jedes Zimmers, die Qualität der Küche und des Badezimmers, die Energieeffizienzbewertung (energielabel), und der offizielle Immobilienwert (WOZ-waarde). Die Gesamtpunktzahl entspricht einem bestimmten maximalen monatlichen Mietpreis. Ein Vermieter darf rechtlich nicht mehr als diesen Betrag verlangen. Ein Mieter im regulierten Sektor kann jederzeit die Huurcommissie (Rent Tribunal) bitten zu prüfen, ob seine Miete diese gesetzliche Obergrenze überschreitet. Wenn dies der Fall ist, kann die Huurcommissie den Vermieter zwingen, die Miete zu senken und sogar eine Rückerstattung von überzahlten Beträgen anordnen.