Das Wesentliche des Lagerraums
Aufgrund der typischerweise kompakten Größe niederländischer Wohnungen ist eine private Lagereinheit, bekannt als Lagerraum, ein wesentlicher Bestandteil einer Mietimmobilie. Dies ist der Raum, in dem Mieter Gegenstände aufbewahren, die im täglichen Leben nicht benötigt werden: Reisekoffer, Winterkleidung, Werkzeuge oder Archive. Der Status dieses Lagerraums—ob er integraler Bestandteil der Mietwohnung ist oder eine separate, optionale Zusatzleistung—bestimmt, ob der Mieter eine bestimmte Gebühr dafür zahlen muss. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle wird der Lagerraum als Teil des primär gemieteten Objekts angesehen, und seine Kosten sind in die Grundmiete eingerechnet, nicht separat als Gebühr aufgeführt.
Szenario 1: Der inklusive Lagerraum
Dies ist die Standard- und am häufigsten vorkommende Regelung. Eine Wohnung wird zusammen mit einer bestimmten, zugeordneten Lagereinheit vermietet, die sich typischerweise im Keller, Dachboden des Gebäudes befindet oder manchmal als eigenständiges Lagerhaus in einem Gemeinschaftsgarten befindet. Ihr rechtlicher Status ist der einer 'unveräußerlichen Appurtenz' am Wohnobjekt. Das bedeutet, dass es rechtlich an die Wohnung gebunden ist und seine Nutzung in der Kaltmiete enthalten ist. Tatsächlich tragen bei Wohnungen im regulierten sozialen Wohnungssektor die Quadratmeter des Lagerraums Punkte zum Gesamtwert der Immobilie gemäß dem woningwaarderingsstelsel (WWS) bei und beeinflussen die maximale gesetzliche Miete. In diesem Szenario kann der Vermieter keine separate 'Lagerraumgebühr' verlangen. Sie gehört zum Paket. Die konkrete Lagereinheitsnummer sollte im Mietvertrag eindeutig angegeben werden, um Streitigkeiten mit Nachbarn zu vermeiden.
Szenario 2: Die optionale, separat vermietete Einheit
Weniger häufig ist es möglich, Lagerräume unter separaten Verträgen zu vermieten, insbesondere in neueren oder umgenutzten Gebäuden. In diesem Fall könnte ein Mieter eine Wohnung mieten und dann die Option haben, im selben Gebäude einen Lagerraum zu mieten, falls er einen benötigt. Dies würde eine separate Mietvereinbarung erfordern, die nicht durch den Schutzgesetzen für Wohnraum geregelt wird. Ähnlich einem separaten Vertrag für einen Parkplatz gibt dies dem Vermieter mehr Flexibilität, die Miete für den Lagerraum festzulegen und zu erhöhen. Dieses Szenario ähnelt eher der Anmietung einer Einheit von einem kommerziellen Self-Storage-Unternehmen, bietet jedoch den Vorteil, dass sie vor Ort verfügbar ist. Der Mieter sollte sich darüber im Klaren sein, welches Modell auf ihn zutrifft. Wenn der Lagerraum optional ist und separat vermietet wird, gibt es eine klare, getrennte monatliche Gebühr dafür.
Häufige Probleme und Mieteraufmerksamkeit
Unabhängig von der Kostenstruktur sollten Mieter den Lagerraum beim ersten Check-in gründlich prüfen. Diese Räume geraten oft in der Instandhaltung in den Hintergrund und können Probleme wie Feuchtigkeit, schlechte Beleuchtung oder unzureichende Sicherheit aufweisen. Ein feuchter Kellerlagerraum kann gelagerte Gegenstände schnell durch Schimmel und Mehltau ruinieren. Auch die Qualität des Schlosses an der Tür ist entscheidend. Mieter sollten den Zustand des Lagerraums im Übergabeprotokoll genauso dokumentieren wie bei jedem anderen Raum in der Wohnung. Wenn ein spezifischer, privater Lagerraum Teil des Deals ist, stellen Sie sicher, dass er ausschließlich genutzt wird und kein vage definierter Gemeinschaftslagerraum ist, der deutlich weniger Sicherheit und Nutzen bietet.