Erhaltung der Immobilie (für den Eigentümer)
Neben Zuschüssen zur Energieeffizienz existieren in den Niederlanden verschiedene andere Zuschüsse und Finanzierungsmodelle für die Instandhaltung der Immobilie (onderhoud) und Wohnverbesserung (woningverbetering). Diese Programme zielen in der Regel nicht darauf ab, Standardhäuser zu modernisieren, sondern richten sich an spezifische, sozial wünschenswerte Ziele, wie den Erhalt historischer Gebäude, die Entfernung gefährlicher Materialien oder die Behebung struktureller Probleme, die in einer bestimmten Region verbreitet sind. Genauso wie Subventionsprogramme für Nachhaltigkeit sind diese Zuschüsse grundsätzlich für Eigentümer der Immobilie gedacht, da sie ihnen helfen, die Kosten zu tragen, um ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Instandhaltung der Immobilie nachzukommen. Für einen Mieter ist die Existenz dieser Zuschüsse größtenteils akademisch; sie können sich nicht dafür bewerben, und ihre primäre Erfahrung mit solchen Projekten ist oft die durch sie verursachte Störung.
Arten von Zuschüssen und deren Zweck
Die Quellen für diese Zuschüsse sind vielfältig und sehr spezifisch. Die bekanntesten sind:
- Subventionen für Nationalmonumente (
Rijksmonumenten): Eigentümer von Gebäuden mit einem geschützten Rijksmonumenten-Status können erhebliche Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen erhalten, um die aufwändige und kostenintensive Instandhaltung zu bewältigen, die erforderlich ist, um ihren historischen Charakter zu bewahren. Dazu gehören Dinge wie Fassadensanierung, traditionelle Fensterrahmenreparatur und Erhalt der Struktur.
- Kommunale und provinciale Gelder: Eine lokale
gemeente (Gemeinde) oder Provinz kann temporäre Zuschusskassen einrichten, um spezifische lokale Probleme anzugehen. Typische Beispiele sind Zuschüsse zur Fundamentsanierung (funderingsherstel) in Gebieten mit Setzungsproblemen, oder Mittel, die Eigentümern bei dem kostenintensiven Prozess helfen, Asbest (asbestverwijdering) sicher zu entfernen, aus älteren Gebäuden.
- Wohnverbesserungsprogramme: Gelegentlich könnte eine Gemeinde ein Programm starten, um Hausbesitzer in einem bestimmten Viertel dazu zu bewegen, ihre Immobilien zu verbessern, z. B. durch Renovierung von Badezimmern oder Küchen auf einem modernen Standard, obwohl diese weniger verbreitet sind.
Rolle des Mieters: Kein direkter Zugriff, maximale Unannehmlichkeiten
Es ist entscheidend, dass Mieter verstehen, dass sie keinen direkten Zugriff auf diese Mittel haben. Die gesetzliche Verantwortung für alle größeren Instandhaltungs- und strukturellen Integritätsmaßnahmen einer Mietimmobilie liegt eindeutig beim Vermieter. Diese Zuschüsse dienen als finanzielle Unterstützung, damit der Eigentümer seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Ein Mieter, der in einem Gebäude mit dem geschützten Rijksmonumenten-Status mit einem undichten Dach wohnt, kann sich nicht für einen Restaurierungszuschuss bewerben; er muss den Mangel dem Vermieter melden, der dann für die Reparatur verantwortlich ist und der einzige berechtigte Akteur ist, finanzielle Hilfen dafür zu beantragen.
Aus Sicht des Mieters ist ein groß angelegtes Renovierungsprojekt, auch wenn es subventioniert wird, oft eine Zeit erheblicher Störung (overlast). Größere Bauarbeiten können Gerüste, Lärm, Staub sowie den Zugang von Arbeitern zum Haus über längere Zeiträume umfassen. Während der Mieter gesetzlich verpflichtet ist, notwendige Arbeiten zu dulden, hat er möglicherweise Anspruch auf eine vorübergehende Mietminderung, wenn die Beeinträchtigung sein 'ruhiges Genießen' der Immobilie erheblich beeinträchtigt. Die Erlangung dieser Reduzierung erfordert jedoch oft einen formellen Antrag und eine entschlossene Haltung. Letztlich erträgt der Mieter die Störung der Renovierung, während der Vermieter von einer wertvolleren, besser instand gehaltenen Immobilie profitiert, die teilweise durch öffentliche Mittel finanziert wird. Nach Abschluss der Arbeiten, wenn das Projekt als 'Wohnverbesserung' (woningverbetering) statt nur als Instandhaltung angesehen wird, kann der Vermieter es nutzen, um eine erhebliche Mieterhöhung zu rechtfertigen.