Eine Subvention für Eigentümer, nicht für Mieter
Die Hypothekenzinsabzug, im Niederlanden bekannt als der hypotheekrenteaftrek, gehört zu den bedeutendsten und politisch sensibelsten Elementen des niederländischen Wohnungswesens. Es ist ein erheblicher Steuerabzug, der es Personen, die ihr Hauptwohnsitz (eigen woning) besitzen, ermöglicht, die Zinsen, die sie auf ihre Hypothek zahlen, von ihrem Bruttojahresverdienst abzuziehen, bevor sie ihre Steuern berechnen. Dies senkt ihr zu versteuerndes Einkommen und führt zu einer niedrigeren Einkommensteuer. Es ist entscheidend, dass Mieter verstehen, dass dies ein Vorteil ausschließlich für Eigentümer ist. Mieter haben keine Hypothek, zahlen keine Hypothekenzinsen und haben daher keinen Anspruch auf diese Steuerentlastung. Der hypotheekrenteaftrek ist ein Grundpfeiler der Politik der niederländischen Regierung zur Förderung des Wohneigentums und stellt eine enorme indirekte Subvention für Eigentümer dar, die Mieter nicht erhalten.
Funktionsweise und wirtschaftliche Auswirkungen
Der Mechanismus ist einfach: Wenn ein Eigentümer im Laufe eines Jahres beispielsweise 10.000 € Hypothekenzinsen zahlt, kann er diese 10.000 € von seinem Einkommen abziehen, bevor er berechnet, wie viel Steuern er schuldet. Der tatsächliche Betrag des Steuervorteils hängt vom jeweiligen Einkommensteuersatz ab. Seit Jahrzehnten macht dieses System den Kauf eines Hauses finanziell attraktiver als das Mieten für Personen mit ausreichendem Einkommen und Arbeitsplatzsicherheit. Wirtschaftswissenschaftler sind sich einig, dass der hypotheekrenteaftrek einen tiefgreifenden Einfluss auf den niederländischen Wohnungsmarkt hat. Indem es billiger macht, große Geldsummen zu leihen, hat es die Immobilienpreise im Laufe der Jahre deutlich in die Höhe getrieben, was Erstkäufern vermutlich erschwert hat, in den Markt einzusteigen, ohne enorme Schulden aufzunehmen. Dies schafft eine deutliche Kluft: Ein System, das darauf abzielt, Wohneigentum zu fördern, hat auch dazu beigetragen, dass dieses Eigentum teurer und unzugänglicher wird.
Politische Debatte und schrittweise Reduzierung
Der hypotheekrenteaftrek ist seit Jahren Gegenstand intensiver politischer Debatten. Kritiker argumentieren, dass es sich um eine regressive Subvention handelt, die Hochverdienende überproportional begünstigt, Blasen auf dem Wohnungsmarkt antreibt und eine enorme Belastung für die öffentlichen Finanzen darstellt. Befürworter argumentieren, dass es ein wesentliches Instrument ist, um Wohneigentum erschwinglich zu machen, und dass eine Abschaffung zu einem Zusammenbruch des Wohnungsmarktes führen würde. Als Kompromiss hat die niederländische Regierung den Nutzen schrittweise reduziert. Der Betrag, bis zu dem Zins abgezogen werden kann, wird von Jahr zu Jahr gesenkt, und der maximal für den Abzug berechtigte Hypothekenbetrag wird stärker an den Wert der Immobilie gebunden. Für Mieter ist die gesamte Debatte eher ein Spektakel, doch sie prägt das Gefüge des Wohnungsmarktes, das sie navigieren müssen.