Verzicht auf eine Gebühr, die nicht existieren sollte
Der Begriff 'Bewerbungsgebührenbefreiung' bezieht sich auf eine Anfrage eines potenziellen Mieters, von der Zahlung einer Gebühr befreit zu werden, nur um eine Mietbewerbung einzureichen. In einigen internationalen Mietmärkten, insbesondere den USA, sind nicht erstattungsfähige Bewerbungsgebühren ein Standardbestandteil des Prozesses und decken die Kosten der Prüfung ab. Im Kontext des niederländischen Mietmarktes ist die Idee einer Befreiung jedoch weitgehend irrelevant, da die zugrunde liegende Gebühr fast immer illegal ist.
Die Illegalität von Bewerbungsgebühren in den Niederlanden
Das niederländische Mietrecht schützt Mieter stark, wenn es um zusätzliche Gebühren geht, die Vermieter und Makler erheben. Eine potenzielle Mieterin oder einen potenziellen Mieter eine nicht erstattungsfähige Gebühr allein für das 'Privileg', in Betracht gezogen zu werden, zu erheben, gilt im Allgemeinen als eine 'unangemessene Klausel' (onredelijk beding). Die Begründung lautet, dass der Prozess der Suche und Prüfung eines Mieters Teil der normalen Geschäftskosten des Vermieters ist; es ist keine dem Mieter erbrachte Dienstleistung. Daher kann diese Betriebskosten nicht auf den Bewerber übertragen werden.
Diese illegalen Bewerbungsgebühren sollten nicht mit anderen, bekannteren illegalen Gebühren verwechselt werden, wie zum Beispiel:
- Vermittlungsgebühren (
Bemiddelingskosten): Eine Gebühr, die einem Mieter von einem Makler berechnet wird, wenn der Makler eindeutig im Auftrag des Vermieters arbeitet.
- Vertragskosten (
Contractkosten): Eine Gebühr für die einfache Anfertigung eines Standardmietvertrags.
- Schlüsselgeld (
Sleutelgeld): Eine Gebühr für die physische Übergabe der Schlüssel.
Alle diese Gebühren, einschließlich einer grundlegenden Bewerbungsgebühr, gelten als rechtswidrige Versuche, von Mietern zusätzliches Geld zu verlangen.
Der richtige Ansatz: Anfechten, statt Verzicht
Da diese Gebühren auf so unsicheren rechtlichen Boden stehen, ist das Konzept, eine 'Befreiung' zu verlangen, der falsche Ansatz. Das Beantragen einer Befreiung impliziert, dass die Gebühr legitim ist, Sie jedoch eine Sonderausnahme suchen. Die richtige Haltung eines Mieters besteht nicht darin, eine Ausnahme zu verlangen, sondern die Rechtmäßigkeit der Gebühr selbst anzufechten. Ein potenzieller Mieter, dem eine Gebühr für die Bewerbung erhoben wird, sollte den Makler oder Vermieter infrage stellen und erklären, dass solche Gebühren nach niederländischem Recht nicht zulässig sind. Hat ein Mieter eine solche Gebühr bereits bezahlt, hat er oft Anspruch darauf, sie durch Rechtswege beim kantonrechter zurückzufordern. Daher dreht sich die Debatte um Bewerbungsgebühren in den Niederlanden nicht um Verzicht, sondern um die grundlegende Rechtswidrigkeit der Gebühr von Anfang an.