Ein Mietvertrag zur Erholung, kein Wohnsitz
Ein 'Cottage' im niederländischen Kontext bezieht sich typischerweise auf vakantiehuisje oder bungalow, eine Immobilie in einer ländlichen Gegend oder in einem speziellen Ferienpark (vakantiepark). Ein Mietvertrag für eine solche Immobilie wird in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle rechtlich als 'Kurzzeiteinsatz' (gebruik van korte duur) mit Erholungszweck angesehen. Dies ist eine entscheidende rechtliche Unterscheidung. Da die Absicht nicht darin besteht, eine primäre Wohnung, sondern eine vorübergehende Ferienunterkunft bereitzustellen, sind diese Mietverträge ausdrücklich von den strengen Mieterschutzgesetzen (huurbescherming) ausgenommen, die das Standard-Wohnraummietrecht regeln. Dies bedeutet, dass die Miete nicht kontrolliert wird, und der Vermieter am Ende der vereinbarten Laufzeit das Mietverhältnis ohne Angabe eines Rechtsgrundes beenden kann.
Die Ausnahme: Nachweis des Hauptwohnsitzes
Es gibt eine seltene und rechtlich komplexe Ausnahme. Wenn eine Person ein Cottage über einen langen, kontinuierlichen Zeitraum mietet, sich bei der Gemeinde (gemeente) an dieser Adresse anmeldet und es als ihren einzigen und primären Wohnsitz verwendet, könnte ein Richter möglicherweise entscheiden, dass es sich um einen standardmäßigen Wohnmietvertrag handelt und dass der Mieterschutz gilt. Dies ist jedoch ein schwieriger Rechtsstreit für einen Mieter zu gewinnen. Ein zentrales Hindernis ist oft der kommunale Bebauungsplan (bestemmingsplan), der eine dauerhafte Unterkunft in einer Immobilie, die für Erholung vorgesehen ist, möglicherweise verbieten kann. Ein Mieter sollte daher immer davon ausgehen, dass ein Cottage-Mietvertrag keinen Anspruch auf Wohnsicherheit bietet, es sei denn, vor Gericht wird ausdrücklich etwas anderes bewiesen.