Bezahlung für das Parken Ihres 'Fiets'
In einem Land, in dem das Fahrrad (fiets) ein primäres Verkehrsmittel ist, ist eine sichere und zugängliche Fahrradaufbewahrung kein Luxus — es ist eine grundlegende Notwendigkeit. Aus diesem Grund ist eine separate Gebühr für Fahrradaufbewahrung auf dem niederländischen Mietmarkt äußerst ungewöhnlich. Der Zugang zu einem gemeinschaftlichen Fahrradaufbewahrungsraum (fietsenstalling oder fietsenberging) wird fast immer als Standardannehmlichkeit angesehen, die in der Grundmiete einer Wohnung enthalten ist. Ein Vermieter, der versucht, eine separate Gebühr für eine standardmäßige, geteilte Aufbewahrungseinrichtung zu erheben, würde diese Gebühr wahrscheinlich als unangemessene Kosten anfechten sehen. Der Markt entwickelt sich jedoch weiter, und in bestimmten Umständen, insbesondere für Premium-Dienstleistungen, können Mieter auf eine legitime Gebühr für das Abstellen ihres Fahrrads stoßen.
Wann eine Gebühr als legitim angesehen werden kann
Die Ausnahme von der Regel 'keine Gebühr' ergibt sich typischerweise, wenn der angebotene Service eine Aufwertung der Standard-, gemeinschaftlichen Lagerung ist. Ein Vermieter oder die WEG kann sinnvoll eine Gebühr verlangen, wenn der Mieter sich für einen Mehrwertdienst entscheidet, wie zum Beispiel:
- Ein privater, verschlossener Fahrradkasten oder -Schrank: In einigen größeren Anlagen haben Mieter die Möglichkeit, eine dedizierte, sichere Box innerhalb des allgemeinen Lagerbereichs zu mieten, die deutlich besseren Schutz gegen Diebstahl und Schäden bietet.
- Ein reservierter Stellplatz mit einer E-Bike-Ladestation: Da E-Bikes immer beliebter werden, installieren einige Gebäude dedizierte Parkplätze mit einer elektrischen Steckdose (
oplaadpunt). Die Kosten für den Strom und die Wartung dieser Punkte können legitim auf eine kleine monatliche Gebühr umgelegt werden.
- Premium-Aufbewahrung: In einigen hochwertigen Neubauprojekten gibt es möglicherweise verschiedene Stufen der Fahrradaufbewahrung, wobei bequemere Standorte oder sicherere Bereiche gegen Gebühr verfügbar sind.
Das zentrale Prinzip ist, dass eine Gebühr einer optionalen, individuellen und aufgewerteten Dienstleistung entsprechen sollte und nicht dem Zugang zur grundlegenden, gemeinschaftlichen Einrichtung, die von allen Bewohnern genutzt wird.
Die Realität gemeinschaftlicher Fahrradaufbewahrung
Auch wenn sie kostenlos ist, stellt die gemeinschaftliche Fahrradaufbewahrung ihre eigenen Herausforderungen dar, mit denen sich Mieter auseinandersetzen müssen. Diese Bereiche sind oft chaotisch und leiden unter chronischen Problemen:
- Überfüllung: Es gibt häufig nicht genügend Stellplätze für die Anzahl der Bewohner, was zu einem täglichen Kampf führt, Fahrräder ein- und auszuparken.
- Diebstahl und Vandalismus: Obwohl sicherer als auf der Straße, bleiben gemeinschaftliche Lagerräume Ziele von Dieben. Ein hochwertiges Schloss ist stets unerlässlich.
- Verlassene Fahrräder (
weesfietsen): Mit der Zeit werden Lagerbereiche durch verlassene, ungenutzte Fahrräder, die von ehemaligen Bewohnern zurückgelassen wurden, unübersichtlich. Um dem entgegenzuwirken, führen WEGs und Vermieter regelmäßig aggressive Aufräumaktionen (fietsenopruimactie) durch. Sie markieren alle Fahrräder, und jedes Fahrrad, dessen Eigentümer den Tag nicht entfernt oder innerhalb eines bestimmten Zeitraums keinen neuen Aufkleber anbringt, gilt als verlassen und wird entfernt und entsorgt. Mieter müssen die Aushänge des Gebäudes aufmerksam beachten, damit ihr eigenes Fahrrad bei einer dieser Säuberungen nicht versehentlich entsorgt wird.