Die A-bis-G-Bewertung des Energieverbrauchs Ihres Hauses
Der Energielabel ist der offizielle niederländische Energieausweis (EPC). Es ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Dokument, das eine standardisierte Bewertung der Energieeffizienz eines Hauses ermöglicht. Das Label verwendet eine klare, farbcodierte Skala von A++++ (dunkelgrün, sehr effizient, oft energieunabhängig oder energieerzeugend) bis G (dunkelrot, extrem ineffizient, ein klassischer 'Energiesieb'). Vermieter sind gesetzlich verpflichtet, über ein definitives, registriertes Energielabel für ihre Immobilie zu verfügen und dem Mieter zu Beginn des Mietverhältnisses eine Kopie zur Verfügung zu stellen. Dieses Dokument ist nicht nur ein administratives Detail; es ist ein wichtiges Instrument, das dem Mieter eine klare Einschätzung seiner zukünftigen Energiekosten und seines Wohnkomforts vermittelt.
Was sagt Ihnen das Label tatsächlich?
Das Energielabel basiert auf einer detaillierten Bewertung der Immobilie durch einen zertifizierten Energieberater. Es bewertet wichtige Eigenschaften, die den Energieverbrauch beeinflussen, einschließlich:
- Das Ausmaß und die Qualität der Dämmung in Dach, Wänden und Boden.
- Die Art der Verglasung in den Fenstern (z. B. Einfachverglasung, Zweifachverglasung, moderne HR++).
- Die Effizienz der Heiz- und Warmwassersysteme (z. B. ein alter Boiler vs. ein moderner Brennwertkessel oder eine Wärmepumpe).
- Das Vorhandensein erneuerbarer Energiequellen, wie Solarmodule.
Die endgültige Bezeichnung liefert eine Schätzung des primären fossilen Brennstoffverbrauchs der Immobilie in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²/Jahr), was einen groben Vergleich zwischen verschiedenen Immobilien ermöglicht.
Die Auswirkungen auf Miete und, vor allem, auf Ihren Geldbeutel
Das Energielabel hat direkte und signifikante Auswirkungen auf die Wohnsituation eines Mieters auf zwei Arten:
- Im regulierten Sektor: Für Sozialwohnungen und andere regulierte Immobilien ist das
Energielabel ein wesentlicher Bestandteil des woningwaarderingsstelsel (WWS), dem offiziellen Punktesystem, das die maximale gesetzliche Miete festlegt. Ein besseres Energielabel belohnt mehr Punkte, was dem Vermieter ermöglicht, eine höhere Grundmiete zu verlangen. Umgekehrt begrenzt ein schlechtes Label die Höchstmiete.
- Im freien Sektor (und für alle Mieter): Obwohl das Label den Mietpreis auf dem freien Markt nicht direkt festlegt, ist es vermutlich sogar noch wichtiger als Indikator der Gesamtkosten des Wohnens. Die ausgeschriebene Miete für eine charmante, aber mit G gekennzeichnete Wohnung aus dem 19. Jahrhundert mag täuschend niedrig erscheinen. Der Mieter wird jedoch wahrscheinlich astronomisch hohe monatliche Heizkosten im Winter haben, um die Wohnung bewohnbar zu halten. Umgekehrt könnte eine moderne, mit A gekennzeichnete Wohnung mit einer etwas höheren Miete zu deutlich geringeren Gesamtmonatsausgaben führen, da die Heizkosten minimal sind. Ein kluger Mieter nutzt das
Energielabel, um die 'wahren' Kosten einer Immobilie zu berechnen: Miete + geschätzte Energiekosten.