Nachweis der Zahlungsfähigkeit: Das zentrale Hindernis
Die Beschäftigungsprüfung ist der absolute Grundpfeiler des Mieterprüfprozesses in den Niederlanden. Sie geht über ein bloßes Gehaltsnachweiszeigen hinaus; es ist eine gründliche Prüfung des Beschäftigungsstatus des Bewerbers, des Einkommensniveaus und der wahrgenommenen Jobsicherheit. Vermieter und Makler sind auf eine einzige Frage fokussiert: Kann diese Person die Miete für die gesamte Mietlaufzeit zuverlässig bezahlen? Um dies zu beantworten, verlangen sie eine spezifische Dokumentensammlung, die ein umfassendes Bild der finanziellen Situation des Bewerbers liefern soll. Wie gut die Beschäftigung eines Bewerbers dem engen, traditionellen Modell eines festen, gut bezahlten Jobs entspricht, bestimmt oft dessen Erfolg oder Misserfolg auf dem Wohnungsmarkt.
Die heilige Dreifaltigkeit der Unterlagen
Um die Einkommensprüfung zu bestehen, wird von einem Antragsteller in der Regel eine Kombination der folgenden Dokumente verlangt:
- Aktuelle Gehaltsabrechnungen (
Loonstroken): In der Regel werden die Gehaltsabrechnungen der letzten zwei oder drei Monate verlangt, um ein konsistentes, aktuelles Einkommen zu zeigen.
- Arbeitsvertrag (
Arbeidsovereenkomst): Dieses Dokument bestätigt die Arbeitsbedingungen, einschließlich Gehalt, Startdatum und vor allem die Art des Vertrags.
- Arbeitgebererklärung (
Werkgeversverklaring): Dies ist ein entscheidendes, standardisiertes Dokument, das der Arbeitgeber des Bewerbers ausfüllen muss. Es bestätigt die Details des Arbeitsvertrags und enthält Informationen über das Gehalt des Bewerbers, seine Position und eventuelle noch ausstehende Gehaltsabbuchungen. Es dient als verifizierte, aktuelle Zusammenfassung der Beschäftigungssituation.
Die Tyrannei des unbefristeten Vertrags
Der niederländische Mietmarkt ist berüchtigt voreingenommen zugunsten von Bewerbern mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag (vast contract oder contract voor onbepaalde tijd). Dies gilt als der Goldstandard für Jobsicherheit und damit auch für die Zuverlässigkeit bei Mietzahlungen. Das schafft enorme Schwierigkeiten für einen wachsenden Teil der Belegschaft, darunter:
- Freiberufler (
ZZP'ers): Müssen umfangreiche Unterlagen vorlegen, wie z. B. 2–3 Jahre Steuererklärungen und Finanzberichte. Ihr Einkommen wird oft gemittelt und dann konservativ bewertet, was sie benachteiligt.
- Personen mit befristeten oder vorübergehenden Arbeitsverträgen: Sie werden oft als Hochrisikogruppe gesehen. Ihre einzige Chance besteht oft darin, vom Arbeitgeber ein Absichtserklärung (
intentieverklaring) zu erhalten. Dies ist ein Abschnitt innerhalb der werkgeversverklaring, in dem der Arbeitgeber seine Absicht erklärt, nach Ablauf des aktuellen Vertrags einen unbefristeten Vertrag anzubieten. Viele Arbeitgeber zögern, dies zu geben, da es eine moralische, wenn auch nicht vollständig rechtliche Verpflichtung mit sich bringt, wodurch der Arbeitnehmer in einer schwierigen Position bleibt.
Diese starre Fokussierung auf unbefristete Verträge spiegelt eine konservative, risikoaverse Denkweise wider, die mit den Realitäten des modernen Arbeitsmarktes nicht Schritt gehalten hat und eine große Anzahl von finanziell stabilen Personen benachteiligt, die nicht dem traditionellen Beschäftigungsmodell entsprechen.