Eine vertragliche Ausstiegsoption
diplomatenclausule (wörtlich 'Diplomatenklausel', aber weiter gefasst eine Expats-Klausel) ist eine spezielle Klausel, die in eine befristete Mietvereinbarung aufgenommen werden kann, um unter bestimmten, arbeitsbezogenen Umständen eine frühzeitige Beendigung zu ermöglichen. Es ist ein leistungsfähiges Instrument, das die oft unvorhersehbare Natur internationaler Beschäftigung anerkennt. Trotz seines Namens ist seine Anwendung nicht auf Diplomaten beschränkt; jeder Mieter oder Vermieter in einer Situation mit vorübergehender Auslandsentsendung kann ihn potenziell nutzen. Die Klausel kann so formuliert werden, dass sie dem Vermieter oder dem Mieter zugutekommt, und es ist entscheidend zu verstehen, aus welcher Perspektive sie angewendet wird.
Die Klausel für den Vermieter (Diplomatenklausel des Vermieters)
Dies ist die häufigste Form. Sie wird von einem Vermieter verwendet, der vorübergehend aus beruflichen Gründen ins Ausland zieht und in der Zwischenzeit sein eigenes Zuhause vermietet. Die Klausel gibt dem Vermieter das Recht, den Mietvertrag vor dem vertraglich vereinbarten Enddatum zu kündigen, wenn er zurückkehren muss, um sein Zuhause wieder zu bewohnen. Dies ist einer der wenigen gesetzlich anerkannten Gründe, warum ein Vermieter einen befristeten Mietvertrag kündigen darf. Der Vermieter muss einen gültigen Grund angeben (z. B. Beendigung seines Auslandseinsatzes) und eine strikte Kündigungsfrist einhalten, üblicherweise mindestens drei Monate. Für den Mieter führt dies zu einem erheblichen Unsicherheitsfaktor, da der Mietvertrag viel früher enden könnte als erwartet.
Die Klausel für den Mieter (Diplomatenklausel des Mieters)
Ein expatriierter Mieter, der aus beruflichen Gründen in die Niederlande zieht, kann verhandeln, diese Klausel zu seinem Vorteil aufzunehmen. Diese Version der Klausel gewährt dem Mieter das Recht, den Mietvertrag vorzeitig zu kündigen, wenn der Arbeitgeber ihn in eine andere Stadt oder ein anderes Land versetzt. Dies bietet den Mietern eine entscheidende Flexibilität, wenn der Arbeitsort nicht für die gesamte Mietdauer garantiert ist. Um die Klausel in Anspruch zu nehmen, muss der Mieter einen Nachweis über die Versetzung seines Arbeitgebers vorlegen und die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist beachten (in der Regel ein bis zwei Monate). Vermieter, insbesondere private, sind möglicherweise zögerlich, dieser Klausel zuzustimmen, da sie ihre Sicherheit der Mieteinnahmen verringert; dies ist daher ein zentrales Verhandlungsthema vor Unterzeichnung des Mietvertrags.