Ein kommunaler Notfallfonds der letzten Instanz
Bijzondere bijstand (Sonderhilfe) ist ein wichtiger, diskretionärer finanzieller Sicherheitsnetz, das von lokalen Gemeinden (gemeenten) in den Niederlanden bereitgestellt wird. Es handelt sich nicht um eine reguläre Einkommensergänzung. Es ist vorgesehen für notwendige, spezifische und unumgängliche Kosten, die ein Einwohner mit niedrigem Einkommen und ohne Ersparnisse unmöglich decken kann. Für Mieter kann es eine lebenswichtige Ressource sein, um außergewöhnliche, einmalige, wohnbezogene finanzielle Hürden im Zusammenhang mit dem Wohnen zu überwinden.
Wann kann ein Mieter beantragen?
Ein Mieter kann für bijzondere bijstand Wohnkosten beantragen, die nicht die reguläre, wiederkehrende monatliche Miete sind.
Die häufigsten wohnungsbezogenen Gründe für einen Antrag sind:
- Kaution (
Waarborgsom): Um die hohe Vorabkaution abzudecken, die beim Einzug in eine neue Mietwohnung erforderlich ist.
- Erste Monatsmiete (
Eerste maand huur): Wird oft gleichzeitig mit der Kaution beantragt.
- Wesentliche Einrichtung (
Woninginrichting): Zur Bezahlung grundlegender, notwendiger Gegenstände wie Bett, Kühlschrank oder Waschmaschine, insbesondere für Personen, die aus einer Unterkunft oder Krisensituation mit nichts ausziehen.
- Unerwartet hohe Betriebskostenabrechnung (
jaarafrekening): In einigen Ausnahmefällen kann sie gewährt werden, um bei einer plötzlichen, unüberschaubaren Jahresabrechnung der Betriebskosten zu helfen.
Der strenge Antragsprozess
Der Zugang zu diesem Fonds ist nicht einfach. Ein Mieter muss formal beim Sozialdienst der Gemeinde einen Antrag stellen und eine strenge Bedürftigkeitsprüfung durchlaufen. Er muss vollständige Angaben zu Einkommen, Vermögen und Schulden machen. Die Gemeinde wird prüfen, ob die Kosten wirklich notwendig und unumgänglich sind und ob der Antragsteller alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft hat. Die Unterstützung kann als nicht rückzahlbarer Zuschuss oder als zinsfreies Darlehen gewährt werden.