Mietpreise steigen weiter, da Vermieter den Markt verlassen
Der niederländische Mietmarkt ist in ein neues Kapitel knapper Verfügbarkeit und steigender Kosten eingetreten. Laut aktuellen Daten von Pararius kletterten die durchschnittlichen Mieten im nicht-regulierten Sektor für Neuvermietungen im letzten Quartal des vergangenen Jahres auf €1.838. Dieser Anstieg erfolgt, während private Vermieter kleinere Wohnungen im mittleren Preissegment veräußern, um bevorstehende Maßnahmen zur Mietpreisbegrenzung zu umgehen, wodurch Mieter um ein schrumpfendes Angebot an bezahlbaren Wohnungen konkurrieren.
Aktuelle Markttrends
Die Knappheit an preisgünstigen Mietwohnungen ist ausgeprägt. Nur ein Viertel der im Herbst gelisteten Wohnungen hatte eine Miete unter €1.500, obwohl dies für die meisten Mieter weiterhin der bevorzugte Bereich ist. Pararius berichtet, dass die Nachfrage in diesem Segment am stärksten ist:
- 25 % der neuen Inserate lagen unter €1.500 pro Monat.
- 34 % fielen in den Bereich €1.500–€2.000.
- 40 % verlangten mehr als €2.000 Monatsmiete.
Obwohl die teuerste Kategorie 40 % der Inserate ausmachte, erzeugte sie nur 21 % der Mietanfragen, was die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage im mittleren Preissegment verdeutlicht. Jasper de Groot, Direktor bei Pararius, warnt, der Markt werde für Mieter, die nach bezahlbaren Optionen suchen, „zunehmend ins Stocken geraten“.
Preisschwankungen nach Stadt
Das Mietwachstum ist im ganzen Land nicht einheitlich. Die Preiserhöhungen pro Quadratmeter im vierten Quartal 2025 verdeutlichen die regionalen Unterschiede:
| Stadt | € pro m² (Q4 2025) | Jahresvergleich |
|---|---|---|
| Niederlande | €20,65 | +8,3 % |
| Amsterdam | €28,68 | +9 % |
| • Stadtzentrum, Zuid, West | > €32 | — |
| Rotterdam | €22,35 | +11 % |
| Eindhoven | €— (↑14 %) | +14 % |
| Utrecht | — | +5 % |
| Den Haag | — | +5 % |
Amsterdam bleibt der teuerste Mietmarkt, insbesondere im Stadtzentrum und in den beliebten Stadtteilen Zuid und West. Unterdessen führte Eindhoven die Zuwächse mit nahezu 14 % Mietenanstieg an, getrieben von starker Nachfrage von Studierenden und Fachkräften aus dem Technologiesektor.
Die Auswirkungen der Verkäufe durch Vermieter
Einer der Haupttreiber für die Marktverknappung ist die Verkaufswelle privater Vermieter. Daten des Kadaster (dem niederländischen Grundbuchamt) zeigen einen Nettoabbau an privatem Mietbestand:
- 15.800 Wohnungen wurden im 3. Quartal 2025 von privaten Vermietern verkauft (ein Plus von 37 % im Jahresvergleich).
- Nur 6.000 Wohnungen wurden von derselben Gruppe gekauft.
- Ein Nettoverlust von 35.000 privaten Mietwohnungen über zwei Jahre hinweg – ein Rückgang von 11 % in diesem Sektor.
Vermieter veräußern kleinere Immobilien, um strengere Mietobergrenzen und die Möglichkeit erweiterter Schutzmaßnahmen bei Mietrückständen zu umgehen. Während diese Maßnahmen darauf abzielen, Mieter zu schützen, verknappt der Rückgang an Wohnungen im mittleren Segment letztlich gerade die Gruppe, die durch die Regelungen geschützt werden soll.
Was bedeutet das für Mieter?
Für Mieter sind die Aussichten, eine Wohnung im mittleren Preissegment zu bekommen, zunehmend gering:
- Längere Suchzeiten: Mit weniger erschwinglichen Inseraten stehen Bewerber vor mehr Konkurrenz und längeren Wartezeiten.
- Anpassung des Budgets: Viele Mieter müssen ihr Budget überdehnen oder Abstriche bei Platz und Lage in Kauf nehmen.
- Nachfrage nach huurtoeslag: Die staatliche Mietbeihilfe (huurtoeslag) kann einkommensschwachen Haushalten helfen, doch steigende Mieten verringern ihre Wirksamkeit und erschweren Anspruch und Abdeckung.
Potenzielle Mieter sollten sich vorbereiten, indem sie Unterlagen im Voraus sammeln, realistische Budgetgrenzen setzen und aufstrebende Stadtteile in Betracht ziehen, in denen die Preise noch nicht ihren Höhepunkt erreicht haben.
Nächste Schritte für Mieter
Die Navigation in dem heutigen engen Mietmarkt erfordert Strategie und Beharrlichkeit:
- Diversifizieren Sie Ihre Suche: Schauen Sie über Stadtzentren hinaus. Vororte und Städte in der Nähe des öffentlichen Verkehrs bieten oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Nutzen Sie Alerts: Verwenden Sie Mietplattformen, die maßgeschneiderte Benachrichtigungen für neue Inserate anbieten, die Ihren Kriterien entsprechen.
- Seien Sie bewerbungsbereit: Stellen Sie Einkommensnachweise, Referenzen und Identitätsdokumente im Voraus zusammen, um schnell eine starke Bewerbung einzureichen.
- Erwägen Sie Co-Living oder Wohngemeinschaften: Zimmervermietungen oder Studentenunterkünfte können erschwinglichere Alternativen sein.
Fazit
Die niederländische Mietlandschaft befindet sich im Wandel. Vermieter, die auf Reformen zur Mietkontrolle reagieren, haben Wohnungen im mittleren Segment vom Markt genommen, wodurch die Knappheit an bezahlbaren Wohnungen verstärkt wird. Da die Mieten weiter steigen – insbesondere in Hotspots wie Amsterdam, Rotterdam und Eindhoven – müssen Mieter einen proaktiven, informierten Ansatz verfolgen, um geeigneten Wohnraum zu sichern.
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